L.A. - ASTRONAUTS

eine 90minütige Dokumentation über die Kunst- und Musikszene in Los Angeles


Von September 1988 bis Februar 1989 arbeiteten Reinhard Kungel und Dr. Michael Huh an dem Dokumentarfilm "L.A.-Astronauts". Der 90-minütige Film portraitiert namhafte und weniger namhafte Künstler und Musiker der Metropole Los Angeles. Leider hat sich bis heute keine Redaktion gefunden, die dieses Erstlingswerk ausstrahlen möchte. Sämtliche Senderechte sind noch verfügbar. Neben einem Vorschnitt existieren noch rund 50 Stunden Rohmaterial (High-Band).


Beteiligte Personen

- Mike Kelly, für viele der derzeit bedeutendste US-Künstler
- Poncho Sanchez: Percussionist, Latin-Jazz-Musiker
- Bongologic: Salsa-Band (Musiker v. "Earth, Wind & Fire")
- David Was: Bandleader der Popgruppe "Was (Not Was)"
- Andrae Crouch: Gospelsänger, Pianist, 11 Grammys
- Peter Erskine, Schlagzeuger, u.a. mit Weather Report
- Wayne Shorter, Saxophonist, (M. Davis, Weather Report)
- Young MC, Rap-Musiker, Grammy-Winner 1990
- Gronk, Maler: Chicano-Artist
- Gary Jackson: über Andrae Crouch
- Girl George, Jesse & Clay: 3 erfolglose Rock'n Roller
- Mark Kreisel: Kunst- und Musikförderer
- Roger Herman: deutschstämmiger Künstler
- Brian Ransom Ceramic Ensemble: Künstler und Musiker
- John McCracken: Künstler
- Daniel Lentz: Komponist, Avantgardemusiker
- John Baldesarri, Künstler
- Eleanor: Multiinstrumentalistin/Sängerin, Philippinin
- Robert Gore Riffkind: Kunstsammler
- Betty Freeman: Mäzen, Produzentin (z.B. Keith Jarrett)
- Reinhardt Dinkelmayer: Leiter d. Goethe-Instituts L.A.
- Gary Jackson: Musikkritiker, u.a. Harald Examiner



















Der Film

Los Angeles ist mehr als nur Hollywood. Die "westlichste Stadt der Welt" ist ein Sammelbecken für Musiker und Künstler aus aller Welt. Mit seinen über 10 Millionen Einwohnern aus über 120 Nationen ist es ein einmaliger Schauplatz mit einem geballten künstlerischen Potential: ein wildes Painting aus Rap, Graffitti, Jazz, Neon, Salsa, ... etc. Nachfolgend genannte Personen wurden mit der Kamera besucht:

Der sympathische Roger Herman lebt seit 25 Jahren in Los Angeles. In Deutschland aufgewachsen, wanderte er nach dem Studium nach Amerika aus. Hier geniest er die Weite. Tatsächlich ist bei Roger Herman alles groß: das Haus, die beiden Riesendoggen und natürlich seine großformatigen Holzschnitte, mit denen er sich längst einen Namen in der Kunstmetropole machte.

Mike Kelly ist heute ein bedeutender Künstler. Zum Zeitpunkt der Dreharbeiten (1988) interessierte sich kaum jemand für den scheuen, sympathischen Menschen. Wir besuchten Mike ihn in seiner bescheidenen Wohnung in West-Hollywood und lassen uns seine Puppen-Sammlung zeigen.

Jazz-Legende Wayne Shorter lädt uns in seinen prächtigen Garten inmitten der Hollywood-Hills ein. Dem Saxophonisten ist es ein großes Anliegen, uns seine selbst gemalten Bilder zu zeigen: "Wenn ich nur Musik machen würde, dass wäre zu wenig."

Einer seiner Nachbarn ist Gospel-Legende Andrae Crouch. Der 10fache Grammy-Award-Winner probt gerade mit seinen Sängerinnen, die wir von Michael Jacksons Musik her kennen, im Tonstudio.

Die philippinische Sängerin Eleanore - Popstar in Japan - führt einige historische, philippinische Instrumente vor.

Unterschiedliche musikalische Einflüsse finden sich auch bei Brian Ransom und seinen Mitmusikern. Das besondere am Ceramic Ensemble sind die Musikinstrumente: keramische Kunstobjekte, die Brian Ransom, Doktor der Chemie, in langjähriger Forschungsarbeit entwickelt hat.

Peter Erskine (Weather Report) veranstaltet für uns eine Session im Probenraum. Wir begleiten die Daniel Lentz Group auf ihrer Tournee und stoßen unverhofft auf Latin-Jazz-Legende Poncho Sanchez, der in einem kleinen Club ein Konzert gibt. Am verrückten Venice-Beach stoßen wir auf Young MC. Der Havard-Student und Grammy-Preisträger von 1991 gilt als Vertreter des "intellektuellen Rap". Kritische Gedanken über die amerikanische Kultur vermittelt uns David Was (Leader der Avantgarde-Popgruppe "Was (Not Was)") auf dem Football-Platz: "Nothing melts in America. There is no fire under the pot." Dazu Roger Herman: "Die Brücken (zwischen den einzelnen Kulturen) sind hier zwar geschlagen, von einem Meltingpot kann jedoch nicht die Rede sein." Trotz kritischer Worte über die Wahlheimat möchte keiner der Musiker/Künstler Los Angeles verlassen. Die Gründe dafür sind so vielschichtig wie die Stadt in der sie leben.